Bikepark Braunlage

Naturbelassen, wurzelig & anspruchsvoll

Bikepark Braunlage

So oder so ähnlich könnte man den Bikepark Braunlage in drei Worten beschreiben. Eine Zweiradsportanlage die vorweg genommen nichts für Einsteiger ist – aber dazu später mehr.

Ich und Maik besuchten Braunlage vorrangig aus dem Grund, da der Harz ein nahegelegenes Ziel ist und wir einfach übers Wochenende was neues fahren wollten. Und da wir schon ein paar Mal in Hahnenklee zu Besuch waren, wählten wir uns diesmal Braunlage zum Ziel. Die Hotelsuche stellte sich als sehr einfach heraus, da Braunlage, obwohl dieses Städtchen ziemlich unbekannt ist, vor Hotels und Ferienwohnungen wimmelt. Unsere Wahl stellte sich als Volltreffer heraus und so buchten wir eine Nacht im Haus Dümling. Dort sind die Uhren offensichtlich in den 60ern stehen geblieben, zumindest hatte das Hotel einen ganz eigenen Charme durch die vielen, sehr gut erhaltenen, alten Möbel. Die Zimmer und das Frühstück waren einwandfrei und auch die Besitzerin sehr freundlich und zuvorkommend. Das ist auf jedenfall Grund genug, das nächste Mal wieder zu kommen.

Haus Dümling in Braunlage

Die Unterkunft – Haus Dümling in Braunlage

Was uns weiterhin sehr positiv in Erinnerung bleiben wird, ist das Braunlage ein ziemlich gepflegtes Fleckchen Erde ist. Eine breit angelegte Parkanlage mit eigenem Golfplatz lockte uns zu einem sehr schönen Abendspaziergang und leider war die Zeit zu kurz diese auch mal in Anspruch zu nehmen. Auch wird die Kleinstadt vielen Essenswünschen gerecht. Neben viele mediterranen Restaurants, nutzten wir die klassische Küche im Restaurant „Die kleine Zauberwelt“.

Doch nun zum Hauptgrund unseres Braunlage-Ausfluges – Der Bikepark am Wurmberg.

Wie anfangs schon erwähnt beschreibt sich der Bikepark selbst als „naturbelassen“ und das bestätigte sich auch so vor Ort. Der ca. 930 m hohe Wurmberg bietet 7 unterschiedliche Strecken mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden, die sich in Singletrail, Freeride und Downhill gliedern. Wobei der Singletrail der einfachste von allen ist (oder seien soll). Natürlich empfindet das jeder Fahrer anders, doch selbst die Locals bestätigten uns, das in diesem Bikepark nichts „einfach“ wäre.
Dies kann ich und Maik definitiv so unterschreiben. Nichts desto trotz ist das keine Kritik, sondern vielmehr ein Lob an den Park und seine „Pfleger“, denn auch ein anspruchsvolles Gelände kann richtig rocken und Spaß machen. Flowige Trails sucht man also besser woanders, zum Beispiel in Bischofsmais. Wobei man diese beiden Ort nicht wirklich miteinander vergleichen kann, denn der Anspruch ist in Braunlage ein anderer. Hier sind die Strecken so angelegt, das relativ wenig in die Natur gebaut, sondern das gegebene (wurzelige) Potential genutzt wurde. Es erwartet die Fahrer ein Meer aus Wurzeln, Steinen und waldigem Untergrund und ein eher flacheres Gefälle. Dafür sind die Abfahrten ziemlich lang und man kann gut zwischen den Strecken kombinieren, was die Abfahrten nicht langweilig werden lässt.

Bikepark Braunlage

Fazit: I Love it!

Nachdem wir Samstags fast 5h die Wurzelteppiche geshreddert sind, nahmen wir am Sonntag nur noch 1-2 Abfahrten und probierten unsere Enduros mal auf dem Downhilltrack. Da der Unterschied zwischen den Strecken wirklich minimal war, zumindest gab es keinen zwischen Freeride (mittel) und Singeltrail (leicht), trauten wir uns durchaus die (angeblich) schwere Strecke zu. Wobei ich vorwegnehmen muss, dass hier Maik definitiv eine bessere Figur gemacht hat als ich, denn Downhill ist nicht wirklich meine Disziplin. Aber wie sagt man so schön: „probieren geht über studieren“ – also hatte ich keine andere Wahl. Der gefühlte Unterschied war nochmal etwas anders, als auf den bisherigen Strecken. Die Elemente waren die selben, nur alles eben etwas verblockter, Linienloser und größer. Ich kam mehr schlecht als recht den Track hinab, wobei einige Abschnitte auch für mich fahrbar waren und ich mich fleißig probierte mal die Bremse los zu lassen und einfach drüber zu cruisen. Naja, wir beließen es dabei und nutzten die anderen beiden Lines und beendeten unseren Sonntag Nachmittag mit einem fetten Grinsen und nem ordentlichen Fastfoodmenu bevor es wieder 300km gen Heimat ging.

Liftanlage Braunlage

Bikekabine Braunlage

Als besonderes Highlight wäre übrigens noch die neue und „Bike-schonende“ Liftanlage zu erwähnen, die einen megaentspannt den Berg rauf und zur Not auch wieder runter bringt. Die Fahrräder werden in einer extra Gondel transportiert und dies ohne nervige Aufhängung oder ähnliches. Es können max. 4 Bikes nebeneinander gestellt werden, die mittels einer fahrradständerähnlichen Fixierung gut geschützt den Berg hinauf kommen. Wir Biker fuhren dann quasi unseren Bikes hinterher in einer schicken 6-Mann-Gondel und konnten so ein paar Minuten entspannen, bevor es wieder bergab ging. (Liftpreise für Mountainbiker findest du hier)

→ Unser Fazit für euch:

Nichts für absolute Bikeparkanfänger, da sehr technisch und „un“-flowig. Für alle anderen die es technisch lieben, Bremse auf und Spaß haben. Zudem sind die Braunlagener ein nettes Völkchen und immer für einen Schwatz zu haben. Leckeren Kaffee und Kuchen gibt es übrigens auf dem Gipfel im Blockhaus direkt an der Liftstation inkl. tollem Ausblick auf den Brocken und ins Tal. Die Preise für Lift, Unterunft und Essen sind ok und für kleine weitere Attraktionen neben dem Biken ist gesorgt.

Bilder von der Strecke im Bikepark Braunlage:

Wer hats geschrieben? Christiane Graf.

Ich bin Christiane. Grafikerin und Bloggerin mit Vorliebe für Zweiräder.