Bikepark Bischofmais

In der Luft lagen viele Klischees und Vorurteile, als am Wochenende vom 10.05. zum 12.05. Steffie und Tanja, mit Specialguest Michéle zum Purple Taste Camp geladen hatten. Und auch ich war sehr gespannt, was mich im Bikepark und unter Anleitung der Trainerinnen erwartet. Versprochen habe ich mir auf alle Fälle und damit wird gleich mal ein Klischee bedient, „Von Bikerinnen, für Bike begeisterte Ladys“. Anders gesagt, Herren waren außen vor, wobei ich selber schon einige Trainingslager mit dem starken Geschlecht hatte und gespannt war, wie der Unterschied sich anfühlt und ob es einen gibt.

Mit einem Tag Vorlauf und ordentlich Regen im Gepäck war ich am Donnerstag auf Erkundungstour im Bikepark, der bei seiner Saisoneröffnung aus allen Nähten platzte und unter strahlenden Sonnenschein, die Liftschlagen unendlich lang erscheinen ließ. Der angesprochene Regen entlud sich in der folgenden Nacht und mit ihm waren die Schlangen am Lift wortwörtlich weg gespült und mit der richtigen Regenkleidung ging es auf die ersten Streckenerkundungen. Für drei Läufe reichte die Kraft, ehe gute böhmische Küche lockte, die sich in den kommenden Tagen als sehr knoblauchlastig herausstellen sollte. Zum späten Nachmittag hin, füllte sich dann langsam die Pension Schäffler, die ein dickes Lob verdient, mit den übrigen Ladys des Camps und nach langen Telefonaten und ungezählten Mails kam es auch zum ersten persönlichen Treffen mit Steffie und Tanja, welches sehr herzlich ausfiel. Der Abend verlor sich in der Folge in feuchtfröhlichen Gesprächen, wobei die Heldentaten, die sonst in ähnlichen Männerrunden immer größere Ausmalungen bekommen, hier völlig ausblieben. Alle hatten Lust auf den Bikepark und noch mehr Lust, etwas mitzunehmen und damit ist nicht nur der reich gefühlte Goodies-Beutel gemeint, der jeder Teilnehmerin geschenkt wurde.

4 Tage Bischofsmais in Bewegtbildern:

Nach einem guten Frühstück und top motiviert, ging es am nächsten Tag zum Bikepark und nach Begrüßung und sportlichen Erwärmungsprogramm, ging es völlig unkompliziert in die Gruppenaufteilung, ehe der Berg erobert wurde. Dabei konnte jede Bikerin ihre eigenen Interessen den Trainingsschwerpunkten der drei Guides zuordnen und entsprechend in den Tag starten. Vom Grundkurs auf dem Parkplatz bis zum Freeride auf einer sehr anspruchsvollen Strecke, war alles dabei. Ich entschied mich für den Start mit den Basics. Geduldig und vor allem sehr anschaulich wurden Kurven, BunnyHopp und der Sprung von der Steinkante im Übungsteil des Bikeparks, erklärt und durch individuelle Auswertung des Könnens immer weiter verbessert. Die kleinen Gruppen garantierten zudem, dass man sehr oft wiederholen konnte und damit wirklich ein Lerneffekt entstand. Mit dem frischen Können ging es dann auf den FlowCountry Trail, der diesen Namen wirklich verdient. Systematisch haben wir uns gemeinsam die Strecke erarbeitet und merklich das Tempo und die Sicherheit auf dem Rad gesteigert. Der Tag verlor sich trotz Regen in ungezählten Glücksmomenten der Überwindung, des Erfolgs und der spürbaren Verbesserung der eigenen Fähigkeiten auf dem Rad. Eine Explosion von Eindrücken, die jede Fahrerin mit in den Abend brachte, an dem der gute Zweck mit der Glücksfee zusammen gebracht wurde. Über den Loskauf haben wir das Projekt „World Bicycle Relief“ unterstützt und gleichzeitig schicke Preise abgeräumt. Bei dem anschließenden Flohmarkt, war jeder einfach wieder nur Frau und es herrschte pures Krabbeltischfeeling, wie zu besten Sommerschlussverkaufszeiten. Klischee erfüllt. Übrigens kämpften wir den ganzen Tag mit ordentlich Regen, der aber keine von uns auch nur von einem Meter Fahren abhielt. Klischee widerlegt.

Der zweite Camptag folgte dem gleichen Prinzip der Gruppenfindung über persönliche Interessen, was mich schlussendlich auch mal kurz auf den Freeride führt, der in so nassem Zustand, nichts für mich war und auch das gehört dazu, Grenzen nicht fahrlässig überschreiten.

Insgesamt verging die Zeit viel zu schnell und am Ende von 2 tollen Tagen blickte man nur in glückliche Gesichter und jeder hatte seine persönlichen Heldentaten in den Augen funkeln. Steffie und Tanja haben es geschafft – 16 Frauen, die Lust auf Biken haben, haben an Sicherheit auf dem Rad gewonnen und damit Ihrem Virus weiter Raum gegeben um vielleicht noch intensiver der schönsten Nebensache der Welt nachzufahren! Vielleicht ist auch genau dies der größte Unterschied zu erlebten Camps, die durch super Biker geführt wurden – ich weiß jetzt nicht, wie gut jemand mit „dicken Eiern“ etwas kann, sondern ich kann jetzt mehr. Alles wirkt viel erreichbarer und damit motivierender. Ich bin für jeden kleinen Schritt und für dieses große Gefühl im Ganzen dankbar und freue mich schon auf die nächste Chance, mit so vielen tollen Bikerinnen aufs Rad zu steigen und einfach nur Spaß zu haben.

Hier eine „kleine“ Auswahl an Bildern:

Wer hats geschrieben? Christiane Graf.

Ich bin Christiane. Grafikerin und Bloggerin mit Vorliebe für Zweiräder.