Rock Shox Reverb Stealth – Im Test

Gutes weiter gedacht!

Nach den ersten Runden mit meinem neuen YT Wicked war schnell klar, dass an dieses Rad eine Variostütze gehört. Spätestens nach einer Tour am Colm und dem ständigen Absteigen, während um einem herum es nur kurz „schnnnn“ macht, ging die Bestellung raus.
Vorweg wurden Zeitschriften durchforstet, Freunde befragt und fleißig ausprobiert. Vieles gilt es im Vorfeld zu beachten, an was ich erst gar nicht gedacht habe. Erstmal gibt es natürlich die Systemunterschiede zwischen Seilzug und Hydraulischer Verstellung. Den Griff unter den Sattel hatte ich schon von Anfang an verworfen.  Dann ist natürlich der Gesamtverstellbereich wichtig, wobei bei mir noch hinzu kommt, dass ich viel Vario-cm brauche, bei gleichzeitig geringer Gesamtlänge, da ich recht klein bin.
Schlussendlich kamen zwei Stützen in die engste Auswahl. Crank Brothers Kronolog, ein Seilzugsystem und die Rock Shox Reverb. Die Kronolog schied am Ende aus, da diese Systembedingt einen Überstand von mindestens 6 cm hat, die am Ende fehlen können. Sonst sicher eine sehr schicke Wahl, mit dem dicken Plus des Anschlags an der Stützenklemme, was ein Verwinden des Zuges beim Eintauchen der Stütze verhindert.
Rock Shox sollte es also werden und nun gab es noch ein dickes Plus meines aktuellen YT-Rahmens auszunutzen. Dieser ist nämlich für die interne Zugverlegung geeignet und damit konnte ich die Stealth Variante der Reverb ordern und montieren. Der innen verlegte Zug bringt, wie bei der Kronolog den Vorteil, dass es keine Schlaufenbildung mehr auf Höhe des Rahmens und der Sattelstützen gibt. Genial und zudem eine schicke, cleane Optik.
Vor der Montage hatte ich zunächst großen Respekt, da klar war, das das geschlossene Hydrauliksystem geöffnet werden muss, damit man den Zug durch den Rahmen bekommt. Eine Zugkürzung stand in dem Zusammenhang auch noch an. Ein Teil der Ängste vor diesem Arbeitsschritt konnten mir die sehr detaillierten SRAM Videos nehmen, die alle Arbeitsschritt und das eventuelle Lüften des Zuges, sehr gut demonstrieren.
Mit diesem Wissensvorlauf ging es guten Mutes an die Montage, wobei im Nachhinein, auch die sehr gute Anleitung, die der Reverb beilag, gereicht hätte, um die Stütze zu montieren. Und was soll ich sagen, alles klappte auf Anhieb und das Blead-Kit konnte vorerst unbenutzt bleiben. Sicher wird bei regelmäßiger Nutzung ein Entlüften nötig werden, aber nach der Erstmontage war eine einwandfreie Funktion gegeben. In meinen Augen Sahnehaube des Systems ist die Integrationsmöglickeit von Reverbhebel, Bremshebel und Trigger an einer Schelle, namens Matchmaker, was eine genial aufgeräumte Lenkzentrale ermöglicht, sieht man mal von der Vielzahl an Zügen ab.
Die Reverb ist nun schon fleißig im Einsatz gewesen und ich weiß nicht, wie oft ich sie schon gelobt habe. Sanft und klar definiert fährt sie aus und ohne großen Druck, lässt sie sich wieder absenken. Die Ausfahrgeschwindigkeit lässt sich dabei am Remotehebel einstellen. Insgesamt die perfekte Wahl für mein Rad, eine absolute Bereicherung und ein ungeahntes Plus an Spaß, dass man nur wirklich fassen kann, wenn man eine Tour mit einer Vario-Stütze mit dieser guten Funktion gemacht hat. Daumen hoch – absolute Kaufempfehlung.

Technischen Daten

  • Modelljahr: 2013
  • Durchmesser: 30,9 mm
  • Länge: 385 mm
  • Verstellbereich: 125 mm
  • Farbe: schwarz
  • Remotehebel: links oder rechts wählbar

Pro…

  • Qualität des gesamten Systems
  • innen verlegte Züge, damit kein Kabelsalat mehr unterm Sattel
  • Matchmakerfunktion
  • Lieferumfang
  • Funktion über jeden Zweifel erhaben

Contra…

  • Preis, gut 100€ über der herkömmlichen Reverb
  • Montage könnte abschrecken

Bilder der montierten Rock Shox Reverb Stealth:

 

Installationsvideo von Sram:

Wer hats geschrieben? Christiane Graf.

Ich bin Christiane. Grafikerin und Bloggerin mit Vorliebe für Zweiräder.