Portrait: Triathlon Trailschnecke Katja

Schlammschlacht

Heute habe ich im Portrait eine Frau, die von Sport nicht genug bekommen kann. Sie stellt sich gleich in 3 Disziplinen unter Beweis – im Triathlon, dem wohl härtesten Ausdauersport überhaupt.

Katja Schmidt, 34 Jahre, aus Naundorf
Beruf:  Kauffrau im Einzelhandel
Interessen: Sport 😉
Blog: trailschnecke.wordpress.com

Hallo Katja, stell dich doch mal kurz vor. Wer machst du beruflich und was begeistert dich in deiner Freizeit?

Hallo Christiane, erst einmal vielen Dank für die Einladung zum Interview. Ich bin seit Jahren begeisterte Sportlerin. Da gibt es so viele Sportarten, die mich interessieren, die ich ausprobiert habe und die ich noch probieren möchte.
Zuerst war ich in der Leichtathletik als Mittelstreckenläufer aktiv. Bei einem Austausch mit Sportlern aus einer Partnerstadt lernte ich ein Pärchen kennen, bei denen ich zum ersten Mal auf einem Mountainbike saß und sofort begeistert war. Wieder zu Hause nervte ich meine Eltern mir auch so ein Geländerad zu kaufen. Die hielten das für eine „Phase“ und wollten zuerst nicht. So trat ich dem örtlichen Radsportverein bei und erhielt dort ein Leihrad. Meine ersten Crosscountry-Rennen waren recht erfolgreich und ich bekam doch ein eigenes Bike. Ich startete bei regionalen Rennen in Sachsen und Mitteldeutschland, später dann auch in der Mountainbike-Bundesliga.

Ab durchs Wasser!Bei Unterstützern aus der Fahrradbranche bekam ich die Chance eine Ausbildung zur Kauffrau im Einzelhandel zu absolvieren. In diesem Beruf arbeite ich jetzt auch, und wie sollte es anders sein – in einem Radladen. Durch Trainingspartner kam ich zum Triathlon. Ich wurde gern als Radfahrer für Staffelrennen verpflichtet. Da Schwimmen nie mein Ding war, hatte ich keine Ambitionen selber bei einem Triathlon zu starten. Inzwischen zu Freunden geworden nahmen sie mich, als Betreuer und Mechaniker, 2008 mit zur XTerra (Crosstriathlon) Weltmeisterschaft nach Maui/Hawaii. Dort schwamm ich meine ersten 500m am Stück, weil ich, fasziniert von den großen Meeresschildkröten, mit der Sichtung einer solchen in den offenen Pazifik hinausgelockt wurde. Beeindruckt von Hawaii und mit etwas Zureden probierte ich es im Folgejahr selber mal mit einem kompletten Triathlon.

Katja gibt Gas!Auch du bist ja ambitionierte Bloggerin und berichtest wie ich, von deinen Erfahrungen rund ums Wettkampfgeschehen. Wie läuft so ein typischer Triathlon-Wettkampftag bei dir ab?

Ein Wettkampftag beim Triathlon ist für mich noch nicht so Routine wie ein Mountainbikerennen. Meine größte Angst ist, dass ich etwas vergesse, oder dass ich zu spät komme. Beim Triathlon muss man ja Sachen für drei Sportarten mitnehmen. Deswegen habe ich eine Liste, wo vom Rad über die Schwimmbrille bis hin zur Sicherheitsnadel alles aufgeschrieben ist. Mit der packe ich am Vortag je nach Wettkampf, Wetter etc. meine Tasche.
Bisher starteten meine Wettkämpfe zu „normalen“ Zeiten. Es gibt auch Langdistanzen, wo man mitten in der Nacht aufstehen muss und der Startschuss im Morgengrauen fällt. Also frühstücke ich mit Brötchen, Wurst, Käse, Marmelade und je nach Laune Kaffee, Tee oder Milch. Müsli, oder so gesundes Zeug, geht gar nicht. Das wird nur immer mehr im Mund.
Auf alle Fälle muss ich rechtzeitig losfahren. Vor Ort dann Parkplatz suchen, Startnummer holen, Fahrrad einchecken, Wechselplatz einrichten, Wassertemperatur prüfen, Laufwege und Wechselplatz merken, nochmal aufs Klo, was Trinken und eine Banane oder einen Riegel knabbern. Und es kann losgehen.

Beim Schwimmen!Wie bereitest du dich speziell auf deine Wettkämpfe vor? Gibt es da ein paar Geheimtipps bezüglich Kondition und Kraft?

Wenn man dann am Start steht überlegt man schon jedesmal, ob man optimal vorbereitet ist. Ich trainiere nach dem Motto „Train what you want to race“. Ich versuche also die Anforderungen, die das Rennen stellt, im Training zu simulieren. Doch alleine kann ich mich meist nicht wirklich quälen. Ich bin eher ein Wettkampftyp. Daher versuche ich meine Form über kleiner Rennen aufzubauen. Das bringt zugleich Routine für die wichtigen Wettkämpfe.
Ich finde es auch wichtig im Kopf verschiedene Situationen durchzugehen. Was mache ich bei dieser oder jener Rennentwicklung? Was ist, wenn etwas Unvorhergesehenes (Defekt etc.) passiert?

SpitzkurveWas waren deine größten Erfolge?

Mehrfache Sächsische Meisterin MTB-XC
2008 Ostdeutsche Meisterin Taekwondo Vollkontakt
2009 Deutsche Vizemeisterin Crosstriathlon AK30
2011 4. Platz Europameisterschaft XTerra AK30
2011 Deutsche Vizemeisterin Crosstriathlon AK30
2011 Siegerin XTerra European Tour AK30
2012 3. Platz Deutsche Meisterschaft Crosstriathlon AK30


 

Welche Ziele hast du für 2013?

2013 werde ich erstmal etwas ruhiger angehen und mich um ein paar private Dinge kümmern. Ich möchte an meiner Laufleistung arbeiten. Da sehe ich noch recht problemlos Verbesserungsmöglichkeiten. In der zweiten Saisonhälfte steht natürlich wieder die O-See-Challenge auf dem Plan. Aber eine genauen Plan habe ich noch nicht. Meist ergeben sich auch spontan ein paar coole Sachen.

HawaiiGive me 3:

Bikereviere: zu Hause im Oberlausitzer Bergland, Zittauer Gebirge und eigentlich überall wo es nette Trails gibt

Lieblingsmarken: Trek, Shimano, Pearl Izumi

Urlaubsgebiete: Südtirol, Toskana, Ostsee

Bands: ABBA, U2, Robert and the Roboters

Essen: Mutti´s Essen, Italienische und Asiatische Küche

 

 

 

 


Wer hats geschrieben? Christiane Graf.

Ich bin Christiane. Grafikerin und Bloggerin mit Vorliebe für Zweiräder.